Der Mini ECO
Was macht man mit einem kompletten Rotorkopf, einem bürstenlosen Antrieb und einer Hughes300 Haube?
Gute Frage. Inspiriert durch den MicroHeaven dachte ich mir,
dass so was doch auch mit einem ECO möglich sein müsste. Der MicroHeaven ist
vom Aufbau her sehr filigran und mit einigen Einschränkungen verbunden,
der EP Concept ist mir zu "exotisch". Genau das wollte ich
umgehen. Das Ziel war ein kleiner, handlicher 8 Zellen Heli mit ordentlichen
Flugleistungen und ohne Kompromisse was die verwendeten Komponenten angeht. Daher
habe ich von vorn herein von allen Helis nur die besten Komponenten ausgewählt,
nicht wegen der vermeintlich besseren Flugleistung, sondern eher für's
Ego des Piloten
.
Das ganze ist natürlich genau so mit einem Standard ECO Baukasten
durchzuführen.
Im Einzelnen sind dies:
| Rotorkopf: | Heaven (Gensmantel) |
| Chassis: | ECO 8, Nachbau in weißem Kunstoff (Gensmantel), Motorplatte ECO, Domplatte ALU (Gensmantel) |
| Wellen: | gehärtet (Krockenberger) |
| Heck: | Gehäuse und Pitchhülse (ALU) vom ECO, Nabe und Blatthalter, Blätter vom Heaven, Riemen vom EP Concept, Riemenräder von Stefan Plöchinger |
| Blätter: | MBlade (Krockenberger), was sonst? |
| Antrieb: | hb20-12 im Dreieck, 10er Ritzel, Kontronik 3sl 40-6-18, Alufreilauf, Hauptzahnrad (Gensmantel) |
| Kleinteile: | M2 Schrauben und Kugelköpfe von Ikarus, Gestänge ECO8, TS-Halter P.Herzog, Servohalter Kyosho |
Die diversen Einzelteile lassen sich an einem Abend zusammenwerfen und ergeben eine handlichen, kleinen Heli. Die Frage war: fliegt das Ding jetzt auch? Mit 8 Zellen RC2400 ergibt sich immerhin ein Gewicht von 1350g.
Der Aufbau:
gestaltet sich auch ohne jede Bauanleitung sehr einfach, wenn man schon mal so einen Heli gebaut hat. Durch den Heaven Rotorkopf und das ECO Chassis mit der ECO Welle muss man natürlich ALLE Gestängelängen selber herausfinden. Das ist aber relativ einfach wenn man was man hierbei beachten muss. Eine detaillierte Anleitung folgt demnächst. Der erreichbare, maximale Pitchweg des Heavenkopf auf dem ECO Chassis beträgt erstaunliche 22° ohne irgendwelche Modifikationen und muss entweder mechanisch oder ,wie ich es gemacht habe, über die Pitchkurve senderseitig begrenzt werden (es sei denn man will und kann das Teil auf den Rücken legen). Eingestellt sind jetzt -5 bis +11°.
Der Motor ist natürlich total überdimensioniert. Hier müsste sogar ein b40s ausreichen. Auch ein Bürstenmotor wäre mal interessant zu probieren.
Ausstattung:
| Motor: | hb 20-12 im Deieck |
| Akku: | 8 Zellen RC2400 (Ripmax Match) |
| Empfänger: | Webra NanoS6 |
| Servos: | HS81 (4mal) |
| Kreisel: | act MicoGyro |
| sonstiges: | Gensmantel Freilauf, Hughes300 Haube vom EP Concept |
| Gewicht: | 1350g |
| Flugzeit: | 8-11min |
Was ist aufgefallen?
| positiv | negativ |
| sehr stabile Konstruktion | |
| klarer Aufbau, vom ECO bekannt | |
| der Motor total überdimensioniert | |
| Rotorkopfkonstruktion | |
| alles Kugelgelagert | |
| sehr viel Platz für RC-Komponenten |
16.06.2001:
Nachdem ich nun die ganzen Einzelteile relativ schnell zusammen gesteckt habe sollte der Erstflug in Mengeringhausen beim Treffen des Heliclubs RCHC77 stattfinden. Dazu hatte ich noch Holzblätter und einen geliehenen 8 Zellen Pack, da ich keine Risiko eingehen wollte und so die einzige Fehlinvestition das gekürzte Rohr und der Heckriemen gewesen wären (dann hätte ich ihn halt wieder "vergrößert").
Für den Erstflug hatte ich eine Drehzahl von 1300 U/min eingestellt und einen 6 Zellen Akku probiert. Doch schon beim Hochlaufen zeigte sich, dass 6 Zellen einfach zu wenig Dampf bieten.
Also wurde kurzerhand auf einen 8 Zeller gewechselt, der Regler neu
programmiert und ein zweiter Versuch gestartet. Die Drehzahl stand nun bei 1550
U/min da ich sie nicht weiter angepasst hatte. Es zeigte sich ein sehr starkes
Pendeln des Hecks was ich aber durch Verringerung der Kreiselempfindlichkeit
etwas mildern aber nicht ganz beseitigen konnte. Die reine Schwebeflugzeit lag
schon bei 8min. Kein schlechter Wert. Also habe ich mir noch M-Blades
"geliehen" und montiert (so ein Treffen ist schon nicht schlecht
).
Damit waren sämtliche Vibrationen und auch das Pendeln des Heck vollkommen
verschwunden. Im doch recht böigen Wind erreichte ich jetzt eine
Schwebeflugzeit von 11min! Irre.
22.06.2001
Heute bin ich mal wieder zum MFC Lohburg nach Waltrop gefahren. Den MiniECO
im Kofferraum, mit eigenen Akkus und eigenen Blättern
.
Ich habe die Drehzahl neu eingestellt und ein bisschen damit rum gespielt. Der
Motor zieht die 1600 U/min noch mit max. Pitch ohne Drehzahleinbruch durch, nur
darüber bricht sie deutlich ein. Die Schwebeflugdrehzahl habe ich jetzt auf
1350 U/min eingestellt (Regler 60% offen) und eine zweite Flugphase mit
1500U/min programmiert. Bei 1350 lässt sich eine Flugzeit von 8-9min erreichen.
Ich denke das liegt noch an den sehr neuen Akkus, die müssen erst so langsam in
Fahrt kommt. Der Heli hängt super an den Knüppeln und lässt sich sehr exakt
steuern, das Laufgeräusch ist natürlich "ECO-like" relativ laut und
man "hört" jede Pitchänderung. Hier hat natürlich das
Riemengetriebe des Heaven Micro Vorteile. Der Motor ist nach dem Flug gut warm
(man kann ihn noch anfassen), der Regler ist kalt. Ich habe immer noch etwas mit
einem pendelnden Heck zu kämpfen, mal sehen, ich muss den Kreisel noch mal
versetzen und/oder eine andere Heckanlenkung einbauen.
Eine detaillierte Liste mit Preisen der verwendeten Komponenten folgt.